27.–29. Oktober 2026 | Groß Stein und Oppeln
4. November 2026 | Gleiwitz
Im Jahr 2026 jährt sich die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zum 35. Mal. Das diesjährige XXXI. Schlesienseminar steht unter dem Motto „Nicht gegeneinander, sondern miteinander“ und bietet Gelegenheit, auf dreieinhalb Jahrzehnte deutsch-polnischer Beziehungen zurückzublicken. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Zukunft der Zusammenarbeit, die Bedeutung der Versöhnung und die Herausforderungen, vor denen Europa heute steht.
In Groß Stein, Oppeln und Gleiwitz kommen Diplomaten, Historiker, Juristen, Politikwissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Medien und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Thematisiert werden unter anderem die Bilanz des Vertrags von 1991, die europäische Sicherheit, die Situation nationaler Minderheiten, die Erinnerungspolitik sowie die Herausforderungen durch Populismus, Nationalismus und gesellschaftliche Polarisierung.
Vom Vertrag zu den Herausforderungen der Gegenwart
Das Seminar beginnt am 27. Oktober in Groß Stein mit einem Einführungsvortrag von Prof. Krzysztof Ruchniewicz unter dem Titel „Ein Vertrag, der Europa verändert hat? Polen und Deutschland nach 1989“. An der anschließenden Eröffnungsdiskussion, die sich mit der Bilanz des Vertrags nach 35 Jahren befasst, nehmen unter anderem Prof. Jerzy Sułek, Prof. Witold Góralski, Prof. Jan Barcz und Prof. Klaus Ziemer teil. Den Abschluss des ersten Tages bildet die Eröffnung der Ausstellung „Nicht gegeneinander, sondern miteinander. 35 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag“, die vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit vorbereitet wurde.
Am 28. Oktober in der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln stehen die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen in Europa sowie die Situation der Minderheiten angesichts neuer gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen im Mittelpunkt. Zu den Diskussionsteilnehmern gehören unter anderem Botschafter Jan Truszczyński, Prof. Jerzy Kranz, Botschafter Piotr Ogrodziński, Rafał Bartek, Michał Kokot und Dr. Marek Mazurkiewicz.
Am Abend findet in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung die Diskussionsveranstaltung „Was kommt nach dem Vertrag? Deutsch-polnische Beziehungen auf der Suche nach einer neuen Formel“ statt. Ergänzt wird das Programm durch einen deutsch-polnischen historischen Stadtrundgang unter dem Titel „Opole/Oppeln – die Stadt, die es nicht mehr gibt?“.
Am 29. Oktober gehen die Teilnehmenden der Frage nach, ob die deutsch-polnische Versöhnung eine dauerhafte Errungenschaft oder ein Prozess ist, der immer wieder neu gestaltet werden muss. An der Diskussion beteiligen sich unter anderem Dr. Jacek Stawiski, Prof. Violetta Julkowska und Michał Czapliński. Den Abschluss des Oppelner Programmteils bildet ein Gespräch mit Eugeniusz Smolar unter dem Titel „Trumpismus und Europa: Auf der Suche nach Grundlagen für Sicherheit und Entwicklung“.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Begleitprogramms ist der Jugendworkshop „Vertrag 2041. Welche deutsch-polnische Nachbarschaft wünscht sich die junge Generation?“. Ziel des Workshops ist es, gemeinsam Vorschläge und Forderungen für die zukünftige Zusammenarbeit beider Länder zu erarbeiten.
Gleiwitzer Tag: Kultur, Erinnerung und gute Nachbarschaft
Am 4. November findet in der Bibliothek der Schlesischen Technischen Universität in Gleiwitz der Gleiwitzer Tag unter dem Motto „Wie erzählen wir unsere gemeinsame Geschichte? Kultur, Erinnerung und gute Nachbarschaft in Schlesien“ statt.
Im Mittelpunkt der Gespräche stehen das multikulturelle Erbe der Region, die Rolle von Theater, Museen und Literatur bei der Vermittlung der Vergangenheit sowie die Frage, wie ein Dialog über schwierige Kapitel der Geschichte gelingen kann. Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem Leszek Jodliński, Dr. Karolina Pospiszil, Larysa Michalska und Prof. Robert Traba.
Ergänzt wird das Programm durch eine Vorführung des Films „Coffee in Berlin“ im Kino Roma in Hindenburg (Zabrze) sowie durch die Ausstellung „Nicht gegeneinander, sondern miteinander“, die vom 4. bis 18. November 2026 in der Bibliothek der Schlesischen Technischen Universität zu sehen sein wird.
Wir laden Sie herzlich ein, am XXXI. Schlesienseminar teilzunehmen und gemeinsam über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutsch-polnischen Nachbarschaft nachzudenken.
Anmeldung: bis zum 24. Oktober 2026
Kontakt: Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit
Tel. +48 77 407 95 15 | haus@haus.pl
Das XXXI. Schlesienseminar wird mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums des Innern (BMI), vermittelt durch den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG), sowie der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln aus Mitteln des Marschallamtes der Woiwodschaft Oppeln durchgeführt.
