Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit

Ausgewählte Projekte

Archipel. Suche nach Spuren von Gemeinschaften, die einst wichtige Elemente des Multikulturalismus in der Region waren.

Ein Projekt mit dokumentarischem und popularisierendem Charakter, das zwischen Mai und Dezember 2019 in Gleiwitz und in den Städten – „Inseln”, die den betitelten „Archipel” bilden – durchgeführt wird. Die Idee hinter der Aufgabe ist es, an die oberschlesischen Gemeinden zu erinnern, die sich bis Mitte des 20. Jahrhunderts durch ihre Sprache, ihre Konfession oder ihre spezifische Kultur von ihrer Umgebung abhoben.

Der heutige Schönwald oder auch Bielitz haben ihren besonderen Charakter seit der Zeit der mittelalterlichen deutschen Besiedlung bewahrt. In Langendorf lebte eine außergewöhnlich zahlreiche jüdische Gemeinde. Pawlowitz, Jakobswalde oder Anhalt wurden von Protestanten gegründet. In Friedrichsgrätz war die tschechische Sprache lebendig, während die Evangelischen aus  Steuberwitz den mährischen Dialekt bis in die Nachkriegszeit bewahrten. Das Funktionieren dieser lokalen Gemeinschaften endete mit den Ereignissen der Jahre 1933-57. Der erste Stichtag ist mit dem Beginn der Diskriminierung der Juden verbunden, der zweite mit der ersten Welle der Familienzusammenführung nach dem Krieg, die zum endgültigen Verschwinden vieler evangelischer Gemeinschaften führte.

Mitarbeiter des DWPN sprachen mit Zeitzeugen, die sich an diese besonderen Gemeinschaften erinnerten. Im Rahmen dieser Aufgabe haben sie ihre Erinnerungen aufgezeichnet und eine umfangreiche Suche nach Archivmaterial, Literatur und Spuren der „Inseln” durchgeführt. Auf der Grundlage der gesammelten Unterlagen wurden die ersten acht Texte über die acht Gemeinden verfasst sowie eine professionelle Fotodokumentation, die deren Spuren zeigt. Sobald diese Sammlung um Material zu weiteren „Inseln” erweitert wurde, ist eine Veröffentlichung geplant – hoffentlich schon 2022.

Die bisher gesammelten Texte und das Fotomaterial sind unter diesem Link zu finden.

Der öffentliche Auftrag wird von der Woiwodschaft Schlesien und dem Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Oppeln finanziert.